Unheimlichtuer

Seit Kickls Blitzkrieg teilen ausländische Geheimdienste ihre Informationen offenbar nicht mehr mit dem BVT. Aber unsere Regierungsvollprofis arbeiten eh schon daran.

Kurz: I hab euch zu diesem Gespräch gebeten, weil i mir Sorgen um die nationale Sicherheit mach.
Kickl: Dos is zwar sehr lieb von dir, und i kann a nit für alle Nationalen sprechen, aber: I fühl mi wahnsinnig sicher.
Strache: Und i erst. Wie Siegfried. Nur ohne Lindenblatt.
Kneissl: Und mir hat der Wladi a Datscha auf der Krim versprochen, falls die Linken do irgendwann wieder an die Macht kommen sollten. Da fahr i dann hin mit mein Hochzeits-Käfer.

Kurz: I hätt jetzt mehr die BVT-Gschicht gmeint.
Kickl: I eh a.
Kurz: Geh bitte! Die ausländischen Geheimdienste verraten uns nix mehr! I hab ma Message Control irgendwie anders vorgstellt. Was mach ma denn jetzt?
Strache: Mach ma a Gesetz, des die Berichterstattung darüber verbietet – wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit.
Kurz: Du meinst, so wie der Erdoğan Tweets über die wirtschaftliche Situation der Türkei verbietet, weil des der Wirtschaft schadet?
Strache: Na ja. Für an Musel macht der des gar net so schlecht.

Kickl: Und i mach dann no a Razzia! Aber erst nach dem Untersuchungsausschuss.
Kurz: Hast bei der ersten net alles gfunden, was du wollen hast?
Kickl: Na. Mei eigener Extremismus-Akt war nit dabei. Und dos kann’s ja bitte nit sein.
Kurz: I kann mi do net ewig hinstellen und trotz aller gegenteiliger Beweise einfach behaupten, dass du mit deiner Aktion kan Scheiß baut hast.
Kickl: Ewig eh nit. Aber solang du no Kanzler spielen willst, tät i dir’s scho raten.

Strache: Es war ausgmacht, dass ma uns net gegenseitig dreinpfuschen. Jeder derf mit seiner Hälfte vom Land machen, was er will.
Kurz: Aber wenn ihr so weiter tut’s, dann hamma vielleicht bald kane Hälften mehr.
Kickl: Ah wos! Du vergisst de Flüchtlinge.
Strache: Und de Flüchtlinge.
Kneissl: Einmal ganz abgsehen von den Flüchtlingen.
Kurz: Mhm. Langsam kann des net einmal mehr ich hören.

Kneissl: Außerdem is des mit dem Informationsfluss von den Nachrichtendiensten gar net so tragisch. Mir ham schließlich a super Alternative.
Kurz: Lass mi raten: Google?
Kneissl: Wir können den Wladi fragen. Der erzählt uns alles. Nach meinem Knicks hat er mir ins Ohr gflüstert, dass er aus sicherer Quelle weiß, dass die Merkel gemeinsam mit dem Soros plant, vier Millionen Klimaflüchtlinge aus Fidschi in der Südsteiermark anzusiedeln.
Kurz: Äh … so viele Einwohner hat Fidschi doch nie im Leben.
Strache: De wern des machen wie die angeblichen Syrer und einfach behaupten, dass sie von durt san. A wenn’s aus Banglastan oder wo kumma. So manchem Fidschianer siecht ma’s net an.

Kurz: Und warum sollten de ausgrechnet in die Südsteiermark wollen?
Kickl: Weil ihnen de Schlepper, de Hundianer, derzählen, dass Kernöl wie Viagra wirkt.
Kurz: So a Bledsinn.
Kneissl: No jo, also i hab in der Steiermark geheiratet und i muss schon sagen …
Kurz: De ganze Gschicht is a Bledsinn! Der Putin halt euch am Schmäh!
Strache: Der Wladi? Des würd er nie machen! Mir ham schließlich an Freundschaftsvertrag. Und unter uns richtige Männer zählt so was no.
Kickl: Du wirst uns da jetzt sichalich nit unsern Big Brother anpatzen!

Kurz: Was kriegt der Putin eigentlich im Gegenzug von uns für solche Exklusiv-Infos?
Kickl: No, alles.
Strache: Wozu hat ma Freund?
Kneissl: Der Kunasek würd dazu sicher a was sagen können. Wieso hast denn den net eingladen?
Kurz: Wieso hätt i sollen?
Kickl: Vielleicht, weil er Verteidigungsminister is?
Kurz: Ah. Weiß er des a scho?
Strache: Mir gfallt dei Ton irgendwie net. Wennst still bist, bist ma lieber.

Kurz: I hab mein Schüssel gelernt. I weiß scho, wann i in ana Koalition mit euch still sein muss.
Strache: Meistens.
Kickl: Immer!
Kurz: Trotzdem: Wir brauchen irgendwie vertrauensbildende Maßnahmen. Gibt’s Ideen?
Kneissl: Ja: I lad den Wladi a no zu mein Geburtstag ein!
Kurz: I hätt an sich an vertrauensbildende Maßnahmen bei befreundeten Staaten und ihren Diensten gedacht.
Kneissl: I eh a.

Strache: Also guat: Als Zeichen des guten Willens gegenüber den Deitschen schick ma den Podgorschek auffe. Der soll wieder a paar Reden vor der AfD halten.
Kickl: Der Vilimsky soll si a Pantscherl mit der Le Pen anfangen. Dann hamma de French Connection.
Kurz: Manchmal glaub i fast, ihr glaubt’s wirklich, was ihr sagt’s.
Strache: Des is umgekehrt zum Beispiel anders. I glaub des bei dir nie.
Kurz: Bei wem kann ma des scho glauben.
Kneissl: Beim Wladi?