Kremlins

Wladimir Putin kommt am 5. Juni nach Wien. Die Vorbereitungen laufen schon. Vor allem in einer seinem Führungsstil nicht gänzlich abgeneigten Partei.

 

Kickl: Da!
Strache: Heast! Dass der Putin da is, steht ja wohl außer Zweifel. I will aber wissen, was i zu eam sagen soll!

Kickl: Da!
Strache: Sag, willst mi verarschen? Sei lieber vorsichtig: Damals im Wehrsportlager hab i Leut scho wegen vü weniger unschädlich gmacht.

Kickl: Ma, he! „Da“ heißt auf Russisch „Ja“, du außerordentliches Talent du.
Strache: Ah! Guat, des is ja scho amoi a Anfang. Und … auf was sag i des?

Kickl: Auf alles!
Hofer: Damit du bei unserem Role Model aus dem Osten net am End no den Eindruck der Subordination erweckst. Des fehlert no!
Strache: Derf i eam eigentlich in die Augen schauen, wenn i eam anred? Oder besser immer aufn Boden? Wegen devot warat’s.

Kickl: I glaub, es spricht nix gegen die Augen. Außer, er schaut irgendwie schiach. Da musst di halt auf dei soziale Intelligenz verlassen.
Hofer: Puha. Weißt was? Schau lieber do glei auf’n Boden.

Kickl: Samma uns jetzt eigentlich scho einig wegen dem Gastgeschenk?
Strache: Na ja … Der Nigel Farage hat doch gsagt, er checkt uns die neue Adresse von diesem Skripal in England.
Hofer: I hab da ka guates Gfühl dabei. Erstens is des a ziemlich unsichere Gschicht. Und zweitens wissen wir net von den Systemmedien Verblödeten doch ganz genau, dass des ja gar net die Russen waren! Sie san’s ja nie.
Strache: Genauso wie bei dem abgschossenen Flieger. Des waren in Wirklichkeit natürlich de faschistischen Ukrainer. I hab dazua an hervorragenden Aufdeckerbericht glesen.

Kickl: In der „Aula“?
Strache: Na. De les i nimmer.

Kickl: Am End gar wegen dem „Quotenmohren“?
Strache: Geh bitte! Wie wann mi stören tät, was ana zu an Neger sagt.

Kickl: Was hast dann für a Problem mit der „Aula“? A generell ideologisches?
Strache: Mehr a ideelles.

Kickl: Hä?
Strache: Des Kreuzworträtsel is mir zu schwer.
Hofer: Aber sagt’s amoi: De Ukrainer san echt faschistisch? Warum samma dann gegen die?

Kickl: Weltpolitik is halt manchmal a komplizierte Sache.
Strache: Wem sagst des. Jetzt wiss ma immer no net, was ma dem Putin schenken.
Hofer: A Angel vielleicht? Er fangt doch so gern monströse Hechte.
Strache: Scho. Aber ana wie er macht des ja mit der bloßen Hand.
Hofer: Mag er Musik?
Strache: Willst eam a CD schenken? Wie originell.
Hofer: I hätt an a Tschaikowsky-Sinfonie gedacht.
Strache: No origineller! De hat er sicher no nie ghört.
Hofer: Net in der Cover-Version von der John-Otti-Band!

Kickl: I hab’s! Mir geben eam alles, was des BVT so hat.
Strache: Ui! Des is a Spitzenidee! Da wird er si freuen!
Hofer: Aber … is des net alles geheim?

Kickl: Seit meiner rechtsstaatlich völlig korrekten Hausdurchsuchung nimmer. Und außerdem wird der Wladimir scho dafür sorgen, dass nix davon in die Hände von feindlichen Mächten gerät. Also in deutsche oder französische oder so.
Strache: Dann mach ma des. I hoff ja, er gibt mir im Gegenzug a Autogramm.
Hofer: Des kannst dir dann einrahmen und in dein Büro aufhängen.
Strache: Des wird leider schwierig werden.
Hofer: Wieso? Weil’s wer Falscher sehen könnt, der dann blöd redet?
Strache: Weil i’s auf die Brust tätowiert ham möcht.

Kickl: Vielleicht kommst a dazu, eam zu fragen, wie ma solchene traumhaften Wahlergebnisse wie er zsammbringt.
Hofer: Des wiss ma ja eh. Der Gudenus und der Hübner waren doch als Wahlbeoachter bei der Krim-Abstimmung. Also, im Hotel.
Strache: Und bis wir des bei uns a so machen können, des wird leider no a bissl dauern.

Kickl: Trotzdem. Vielleicht hat er a paar Insidertipps. Oder a paar mathematische Grundregeln für a ambitionierte patriotische Wahlbehörde. Schließlich bin des beim nächsten Mal ja i!
Hofer: Aber über des Wichtigste hamma no gar net gredet, HC: Der Putin besucht ja an sich den Bundespräsidenten.
Strache: Ja. Und?
Hofer: Na ja, nachdem des bekanntlich net der is, der es in einer gerechten rechten Welt werden hätt müssen – wie willst denn überhaupt zum Putin zuwekumman?

Strache: Wie scho? I geh einfach umme in die Hofburg.
Hofer: Und wenn di der Bello net einelasst?
Strache: Des soll er si trauen! Und außerdem: Der Waldimir wird doch wohl eines seiner treuesten Groupies sehen wollen, wenn er scho amoi da is.

Kickl: Groupie find i jetzt irgendwie unpassend. Diese ganzen langzotteligen Rocker, die ham Groupies.
Strache: Die alles mit sich machen lassen. Der Begriff passt scho.
Kickl: Na, wir brauchen a anderes Wort. Wir san kane Putin-Groupies, sondern Putin-…, Putin-…
Hofer: Trolle?