Being Herbert Kickl

Während andere Lügen über den besten Innenminister seit Arthur Seyß-Inquart verbreiten, gibt er nur uns als befreundetem Medium ein nie geführtes Interview.

 

profil: Herr Innenminister, ich möchte mich zuerst untertänigst dafür bedanken, dass Sie sich die dummen Fragen eines nichtswürdigen Buchstabenknechts überhaupt anhören.
Kickl: Das ist zwar gar kein so schlechter Anfang, aber Sie haben da trotzdem etwas grundfalsch verstanden. Kein Wunder eigentlich bei einem Hetzschreiber von der gleichgeschalteten Fake-News-Mainstream-Presse. Es ist nämlich so: Sie hören sich die Fragen an.

profil: Sie wollen mich was fragen?
Kickl: Natürlich nicht, Sie debiler Dolm. Als ob eine geniale Lichtgestalt wie mich interessieren würde, was ein minderbemittelter Untertan wie Sie zu sagen hat. Nein, es läuft so: Ich frage mich was. Und Sie drucken das dann ab.

profil: Interviews gehen aber irgendwie anders.
Kickl: Das war vielleicht in der verrotteten Zweiten Republik so. In unserer glorreichen Dritten werden jetzt endlich auch die Medien in den nationalen Dienst gestellt. Darum heißt Ihr Schasblattl ab jetzt auch anders. Und zwar: „patriot“. Außer natürlich, Sie hätten lieber, dass ich mit einer Razzia für Ordnung in Ihrer Redaktionsstube sorge. Und eines sag ich Ihnen: Irgendwas finden meine Sturmtruppen immer. Und wenn sie es selber mitbringen.

Kickl: Letzte Warnung! „Aber“ schrammt schon hart an Insubordination vorbei. Außerdem hab ich nicht den ganzen Tag Zeit, ich muss dann noch die Bevölkerung möglichst drastisch vor nicht bevorstehenden Terroranschlägen warnen. Also, erste Frage: Herr Innenminister, Sie strahlender Fixstern auf einem ansonsten von linkslinkem Dreck wie Meinungsfreiheit, Liberalismus, Anstand oder Manieren verdunkelten Firmament: Wie haben Sie es eigentlich in Ihrer leider immer noch beklagenswert kurzen Amtszeit so rasend schnell geschafft, Österreich schöner, besser und vor allem sicherer zu machen?

patriot: Das ist …
Kickl: … eine wirklich ausgezeichnete Frage, die Ihnen da eingefallen ist. Besser hätte ich es auch nicht gekonnt – und das will was heißen, denn immerhin bin ich ja ich! Nun, lassen Sie es mich in aller gebotenen Bescheidenheit so ausdrücken: Trotz meiner von sämtlichen unvoreingenommenen Kommentatoren völlig richtig erkannten Brillanz hätte ich das allein nicht geschafft. Aber zum Glück ist ja bei uns Freiheitlichen keiner ganz allein.

patriot: Jetzt …
Kickl: … werden Sie natürlich einwenden, dass es bedauerlicherweise immer noch einige gibt, die meinen, sie können meine herausragenden Erfolge kleinreden. Ich meine, ich könnte eigenhändig einen islamistischen Negerkannibalen erwürgen – und dieses linke Ungeziefer würde sogar dann noch ein Haar in der Suppe finden. Aber seien Sie versichert: Wir arbeiten daran. Meinungsfreiheit ist ja gut und schön – aber sie kann natürlich nicht so weit gehen, dass jemand einfach so mir nix dir nix die falsche hat. Da wird man bei den Gesetzen entsprechend nachschärfen. Und zwar bald.

patriot: Das BVT …
Kickl: … wird dabei natürlich federführend tätig werden müssen, da gebe ich Ihnen recht. Im ersten Schritt haben wir einmal nachgeschaut, was die da bei der Extremismusbekämpfung überhaupt machen – und klarerweise war das lauter Mist. Das wird sich drastisch ändern, denn es ist doch, wie jeder weiß, die obrigkeitszersetzende Gewalt von links, unter der unser schönes Österreich zu leiden hat! Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Als ich vorgestern in meinem Dienstwagen bei einer roten Ampel halten musste – das ist im Übrigen auch etwas, das in meiner Position eigentlich unzumutbar ist – und dabei die Seitenscheibe heruntergelassen habe, um so einen Rad fahrenden Bobo anzuspucken, hat mir ein anderer Passant einfach den Mittelfinger gezeigt! Mir!! Na, der wird sich noch schön anschauen, wenn er dann einmal mit seinen ganzen Freunderln dort konzentriert ist, wo er hingehört.

patriot: Die ÖVP …
Kickl: … ist klarerweise nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind. Das haben die nur noch nicht geschnallt. Und wenn so ein Linksschwarzer wie der Amon glaubt, er kann mir öffentlich mit einem Zitat von seinem Kommunistenfreund Brecht kommen, dann kann ich dazu nur sagen: Lieber Stammtischsurm als Bücherwurm! So, und jetzt mag i nimmer. Schleichen S’ Ihnen, bevor ich den Vilimsky aus dem Käfig lass und ihm den Beißkorb runternehm.

patriot: Ich …
Kickl: … danke für das Gespräch. Aber danken Sie nicht mir, danken Sie Gott. Wobei – eigentlich ist das eh dasselbe.